Kriegsgräberfürsorge -
Unser Betrag zum Gedenken der Folgen von Krieg und Gewaltherrschaft

Kriegsgräberfürsorge umfasst die Sorge um die Gräber aller Toten von Krieg und Gewaltherrschaft, Soldaten wie Zivilisten, sowie das öffentliche Erinnern, Gedenken und Mahnen für den Frieden.

Wenn über Kriegsgräber und Soldatenfriedhöfe gesprochen wird, denkt man oft sofort an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. (VdK). Im staatlichen Auftrag erhält, errichtet und pflegt der VdK jedoch lediglich die deutschen Kriegsgräberstätten im Ausland. Im Inland ist dies die Aufgabe der örtlichen Kommunen. Hier berät der VdK die Träger der Kriegsgräberstätten bei der Aus- und Umgestaltung von inländischen Kriegsgräberstätten mit 1,8 Millionen deutschen und ausländischen Kriegstoten des Ersten und Zweiten Weltkriegs sowie bei rechtlichen Fragen zum Gräbergesetz.

Seit dem 23. August 2017 hat unsere RK offiziell die Patenschaft des Soldatenfriedhofs auf dem Waldfriedhof in Aachen übernommen.

Die Errichtung dieser Kriegsgräberstätte geht auf einen Ratsbeschluss der Stadt Aachen vom 12. September 1914 zurück. Nachdem der erste Kriegstote, der Soldat Heinrich Gossen, bereits am 08. August 1914 hier seine letzte Ruhestätte gefunden hatte, fand am 25. September 1914 die erste offizielle Beisetzung gefallener Soldaten statt.
Bis Ende 1918 wurden auf dem Aachener Ehrenfriedhof 2.455 deutsche und ausländische Kriegstote bestattet, die vor allem als verwundete und kranke Soldaten in den Aachener Spitälern und Lazaretten verstorben waren. Bereits am 01. November 1939 musste die Stadt Aachen neue Gräberfelder für die ersten Gefallenen des 2. Weltkrieges anlegen. Insgesamt wurden auf diesem Ehrenfriedhof in den Jahren 1939-1945 weitere 2.623 Kriegstote beigesetzt.

Auf dieser rund 8,9 ha großen Krieggräberstätte ruhen heute 5.078 Kriegstote aus 16 Nationen. Darunter sind 4.796 Deutsche, 235 Russen, 15 Rumänen, 11 Serben, 7 Polen, 3 Niederländer, 2 Belgier sowie je ein Franzose, Österreicher, Spanier, Ungar, Jugoslawe, Türke, Ukrainer, Inder und Kanadier.

Das 6,20 m hohe und 30 Tonnen schwere Steinhochkreuz aus belgischem Granit wurde am 26. Oktober 1957 auf dem Ehrenhof aufgestellt.
Dieses mächtige Kreuz – ehemals ein Geschenk der Stadt Aachen – stand bis dahin auf dem deutschen Ehrenfriedhof in Ougrèe-Boncelles bei Lüttich/Belgien.

In bisher drei großen Reinigungsaktionen haben die Mitglieder mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Aachen damit begonnen, die Kriegsgräberstätte in einen entsprechend würdevollen Zustand zu setzen. Seitdem betreut die RK die Gräber regelmäßig, um den erreichten Zustand zu erhalten.

Neben der örtlichen Kriegsgräberpflege unterstützen die Mitglieder unserer RK den VdK jedes Jahr bei der Häuser- und Straßensammlung im Vorfeld des Volkstrauertages im November. So konnte die RK in den letzen Jahren immer wieder einen größeren Geldbetrag für den VdK sammeln. Diese Gelder werden für die Betreuung der über 800 Kriegsgräberstätten im Ausland verwendet. 

Des Weiteren unterstützt die RK jedes Jahr den VdK und die Stadt Aachen bei der Kranzniederlegung auf dem Waldfreidhof im Rahmen des Volsktrauertages. Hier stellen die Mitglieder regelmäßig Kranzträger und Ehrenwachen ab.

Weitere Infos zum Thema Kriegsgräberfürsorge finden Sie auf den Seiten des VdK unter: www.volksbund.de

 

Text: H d.R. Heiko Günther
Bilder: SF d.R. Helmut Roßbach
Quelle: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.